Meine Saisoneröffnung 2025/26
Montag, 5. Januar 2026

Bereits im letzten Newsletter hatte ich angekündigt, dass ich diese Saison mit mehr Rennpraxis beginnen möchte. Dafür gab es zwei Hauptgründe: Einerseits wollte ich schon vor den ersten Europacup-Rennen in den Rennmodus kommen, um die Anspannung zu nehmen, die oft mit dem Saisonstart einhergeht. Andererseits bieten sich FIS-Rennen als eine Möglichkeit, mich bereits früh mit anderen Athleten zu messen und unter guten Bedingungen zu trainieren, ohne dass ein grosser organisatorischer Aufwand nötig ist. Der Saisonstart selbst war allerdings alles andere als gewöhnlich. Die Worte eines Trainers beschreiben es wohl am treffendsten: «Du Wilderhund.» Nach einer langen Autofahrt von 2500 Kilometern kam ich am Donnerstag zusammen mit meiner Frau und unseren beiden Hunden in Storklinten an. Wir bezogen ein Apartment, nutzten den Freitag zum Entspannen und zum Ausgleich der langen Sitzzeit, bevor es am nächsten Tag ernst wurde.
FIS-Rennen in Storklinten: Ein erster Prüfstein
Die FIS-Rennen in Storklinten stellten für mich einen echten Prüfstein dar und waren zugleich eine besondere Herausforderung: Vor Ort gab es vor dem Rennen keine Trainingsmöglichkeiten und auch keine Einfahrpiste. Das bedeutete, dass ich völlig unvorbereitet direkt in die Rennen starten musste. Immerhin konnte ich auf meine Erfahrung, das Sommertraining sowie die Schneetage auf den Schweizer Gletschern zurückgreifen.
Am Samstag fand unter diesen Umständen also das erste FIS-Rennen statt. Die Konkurrenz hatte bereits mehrere Tage im Norden trainiert, einige Nationen nutzten die Rennen sogar für interne Qualifikationen. Mir war klar, dass es richtig zur Sache gehen würde.
«Beim Besichtigen nur durchrutschen!», lautete die klare Anweisung. So stand ich am Start, ohne einen einzigen Schwung auf dem hart gefrorenen, eisigen Schnee gemacht zu haben. Ein Rennen war dank Snowfarming überhaupt erst möglich – für diese Innovation bin ich als Mensch beeindruckt und als Rennfahrer besonders dankbar. Nach dem ersten Lauf fiel mein Fazit nüchtern aus: «Oke», denn unter diesen Umständen konnte ich ehrlich gesagt nicht mehr erwarten. Dennoch sah ich Optimierungspotenzial – vor allem bei der Materialwahl. Zwischen den Läufen wechselte ich Ski und Schuhe und startete mit neuem Material in den zweiten Durchgang. Das zahlte sich aus: Am Ende belegte ich Rang 7 – ein Ergebnis, das ich für diesen Kaltstart gerne mitnahm.
Am nächsten Tag lief es noch besser: Ich konnte von Beginn an das passende Material einsetzen, kannte die Strecke und die Schneeverhältnisse und fuhr auf einen starken 2. Platz. Schneller war lediglich der Belgier Armand Marchant, der regelmässig in die Top 15 des Weltcups fährt. Im zweiten Lauf gelang mir sogar die Laufbestzeit. Dieses Wissen tut zwar dem Ego gut, aber es ist mir wichtig, mich immer selbst zu reflektieren, ohne zu vergleichen. Denn wenn man sich mit anderen vergleicht, ist es schwierig den eigenen Weg zu gehen. Also fokussiere ich mich bei meinen Reflektionen immer auf mich selbst: «Wie werde ich morgen besser als heute?»
Blick nach vorn
Meine Formkurve stimmt, ich bekam von Lauf zu Lauf mehr Sicherheit und somit das Vertrauen in den Ski um stets etwas mehr «Risiko» eingehen zu können. Mit diesen positiven Resultaten blicke ich voller Optimismus auf die kommenden Rennen. Die nächsten Rennen werden in Kabdalis, Schweden stattfinden, auch dort bin ich zusammen mit vielen weiteren Schweizern am Start. Für Levi gab es erneut keine Qualifikation, an der ich hätte teilnehmen können. Das stört mich jedoch nicht, denn mein Plan steht und ich werde diesen weiterhin verfolgen. Wie oben bereits beschrieben, wenn man sich zu sehr von äusseren Einflüssen abhängig macht, gibt es immer etwas Besseres oder etwas zum Beschweren. Ich bleibe bei mir, fokussiere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann: meine körperliche Verfassung, gute Trainingsbedingungen, mich mit Menschen und Partnern umgeben, die mir guttun, und jeden Tag reflektieren und mein Bestes geben.
Ich fühle mich fit und bereit, gemeinsam mit dem «Team Simonet» weitere Erfolge zu feiern. Die Saison hat für mich grossartig begonnen und ich bin dankbar, diesen Weg gehen zu dürfen – auf der Piste, in den Medien und mit allen, die mich begleiten und unterstützen.