Hallo Januar

Freitag, 10. Januar 2025

 

Halbzeit, was die Europacup- Rennen anbelangt. Es ist noch nicht alles verloren, doch fühlt es sich im Moment so an.

Zwei solide Resultate habe ich im Gepäck, 6. Rang in Levi und 10. Rang in Obereggen. Solide ist weit weg von meinen Ansprüchen. Ich bin ein präziser Fahrer, ich bin einer der vorne mitfahren möchte und Rennen gewinnen möchte.

Dies ist in meiner Lage auch unverzichtbar. Denn es fahren im Moment mindestens fünf Schweizer Slalomfahrer um einen einzigen Startplatz im Weltcup. Zudem mindestens dreissig um die Podestplätze der Europacup Gesamtwertung, da dies mit einem Fixplatz im Weltcup für nächstes Jahr belohnt wird.

Für beide Ziele, reicht runterkommen nicht und auch eine Top 10 Rangierung nicht. So heisst es bei jedem Rennen, das Herz in die Hand zu nehmen und alles geben. Nach vorne fahren, der beste Schweizer sein und viele Europacup Punkte sammeln.

Was braucht es meiner Meinung nach dafür? An den Toren mit Präzision noch einige Hundertstel auf die Konkurrenz rausholen, nur so kann man auch im Weltcup bestehen. Riskieren und alles geben, denn man muss einer der 30 besten der Welt sein. Geht das Risiko auf wird gefeiert, geht es nicht auf, steht man neben den Toren und das Rennen ist ohne Resultat beendet.

Da dieses Verhältnis bei mir in Dysbalance ist, kratzt es an meinem Selbstbewusstsein. Das spüre ich im Moment und merke, dass ein Interner Kampf in mir wütet.

Die letzten Jahre wurde immer wieder gegen mein Naturell, Konstanz von mir erwartet. Ich habe nun gemerkt, es geht nicht darum. Sondern wichtig ist es, die Niederlagen zu akzeptieren und auch dann an mein Fahrstill zu glauben, wenn es nicht aufgeht. Schauen wir genauer bei den letzten Rennen hin:

2. beste Zeit in Obereggen im zweiten Lauf (+0.02), sowie Abschnittsbestzeiten in den anderen Rennen.

Swissski setzt auf Konstanz und nimmt die Schlussresultate als Kriterium für die WC-Rennen. Das sind im Moment die Fakten, ob dies mit meinem Fahrstil im Richtigen Moment aufgeht, ich weiss es nicht. Ich glaube es ist wichtig, Sachen zu hinterfragen und daran zu arbeiten. Manchmal ist jedoch Akzeptanz, der bessere Weg. Dinge sind wie sie sind.

Es stehen noch fünf Rennen auf dem Programm. Alles ist möglich. Formulieren wir mein Satz vom Anfang um: Im Moment ist noch nichts gewonnen, dass akzeptiere ich.