«FIS-Punkte, Abenteuer und neue Perspektiven: Meine Reise von Japan nach Norwegen»
Mittwoch, 5. März 2025

Was mir bei meiner Arbeit am meisten Energie raubt, ist zweifellos das viele Reisen. Mit meiner Größe von 1,92 m stellt dies eine größere Herausforderung dar als für andere. Da ich alles selbst finanziere, habe ich noch einen weiteren Grund, gut abzuwägen, was sinnvoll ist und was nicht.
Trotzdem ist es ein riesiges Privileg, so viele verschiedene Länder zu bereisen und dabei faszinierende Landschaften und Kulturen zu entdecken. Während der langen Autofahrten durfte ich bereits viele beeindruckende Landschaften genießen, und dank meines ausgezeichneten Orientierungssinns werde ich von vielen gerne als „Google Maps in Person“ bezeichnet.
Diesen Monat habe ich nach langer Zeit wieder den Kontinent gewechselt. Ich flog nach Japan, um an vier Rennen des Far East Cups teilzunehmen. Es war eine großartige Gelegenheit, meine FIS-Punkte zu verbessern. Das FIS-Punktesystem ist eine komplexe Angelegenheit, die ich nicht im Detail erklären möchte. Für alle, die sich dafür interessieren, verweise ich gerne auf eine umfassende Erklärung im Internet (Quelle: Wikipedia, Titel „FIS-Punktesystem“ https://de.wikipedia.org/wiki/FIS-Punktesystem, abgerufen am 14.03.2025): «Das FIS-Punktesystem dient dazu, Startberechtigungen zu Wettkämpfen bzw. Wettkampfserien im Snowboard- und Skisport zu ermitteln[1] und dem Erstellen der Startliste bzw. Zuordnen zu Startlistengruppen (FIS-Punkte).[2] Darüber hinaus werden für die Ergebnisse in den einzelnen Rennen Punkte vergeben, um so am Ende der Saison den Sieger einer Rennserie, z. B. im Welt- oder Kontinentalcup zu ermitteln (Weltcuppunkte). Die Berechtigung zum Start bei Wettkampfserien und die Zuordnung zu Startgruppen wird über FIS-Punkte ermittelt. Dabei bedeutet eine niedrige Punktzahl eine bessere Platzierung. Ihre Berechnung erfolgt nach einem Schlüssel, der die Ergebnisse der letzten 12 bis 13 Monate umfasst und auch die Zeitabstände zum Sieger, die FIS-Punkte der fünf in der Punkteliste bestplatzierten Starter sowie die Wettkampfklasse (Weltcup, Kontinentalcup etc.) berücksichtigt. In die Punkteliste kommen auch die Ergebnisse bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen sowie von FIS-Rennen. Die Liste wird während der Wettkampfsaison etwa alle drei Wochen aktualisiert.»
Wir wissen nun, dass – im Gegensatz zu Weltcup- oder Europacup-Punkten – die FIS-Punkte desto besser sind, je niedriger sie liegen. Sie werden auch für die Startnummernverlosung nach den Top 30 im Weltcup verwendet.
Genau das war auch ein Motivationsfaktor für meine Reise nach Japan, denn da werde ich bei meiner Rückkehr im Weltcup starten müssen. Bei FIS-Rennen könnte ich im Moment meine Punkte nicht reduzieren und Europacup-Rennen fanden seit Anfang Februar keine mehr statt, und für Weltcuprennen war ich diese Saison leider nicht berechtigt.
Somit boten die Rennen in Japan eine hervorragende Gelegenheit, auf der zweithöchsten Stufe im Rennmodus zu bleiben. Die Teilnahme war eine gelungene Erfahrung, mit vielen talentierten Fahrern aus der Schweiz, sowie aus Österreich und Deutschland. Die Pistenverhältnisse waren nicht ganz das, was ich aus dem Europacup gewohnt bin – es war ziemlich warm, und die Bedingungen waren für die Organisatoren eine große Herausforderung. Doch alle gaben ihr Bestes, und als Skirennfahrer ist es meine Aufgabe, ebenfalls mein Bestes zu geben, egal welche äußeren Bedingungen herrschen. Ich startete in den ersten Rennen ausserhalb der 30 und konnte mich dank zweier Top-10-Resultate meine Startnummer immer weiter nach vorne verbessern. Da unter den gegebenen Bedingungen im zweiten Lauf eine tiefere Startnummer besser gewesen wäre, fuhr ich in den ersten Läufen eigentlich zu gut. Denn ich war auch mit hoher Startnummer nach allen ersten Läufen in den Top 10 rangiert. Mit Stolz kann ich sagen, dass ich unter den gegebenen Bedingungen das Maximum herausgeholt habe. Auch in der zweiten Woche erzielte ich zweimal den neunten Platz. Auch wenn dies bei meinen FIS-Punkten keinen großen Unterschied machte, fuhr ich mit neuem Selbstvertrauen und vier starken Platzierungen nach Hause. Über die gesamten zwei Wochen hinweg war ich der konstanteste und erfolgreichste Schweizer Fahrer.
Jetzt bin ich nach einer Woche zu Hause wieder bereit für die letzten Rennen der Saison. Meine Koffer sind gepackt, und in Norwegen warten drei Europacuprennen auf mich. Ich freue mich sehr darauf, das Beste aus dieser Saison herauszuholen und die letzten Herausforderungen mit voller Energie anzugehen!